In gemächlichem Tempo mit Bruno durch Australien
Rundreisen durch Australien benötigen viel Zeit. Wer diese nicht hat, muss seine Ferien effizient gestalten, wobei bei kundiger Führung durchaus Zeit zum Verweilen bleibt. Eine kundige Führung erhalten die Australienreisende durch Bruno, wenn sie ihre Reise mit “Bruno’s Australien Safaris” buchen. Jene Deutschsprachigen, die mit ihm durch Australien gereist sind, schwärmen noch jahrelang von dem Erlebten und Brunos Führung.
Hier ein kurzer Bericht über eine Safari mit Bruno durch Australien. Erschienen im Treff(punkt)WA Juni 2011.
Im Sandstein des King’s Canyon wächst eine kleine, unscheinbare Pflanze. Eine grüne Flagge des Lebens in einer Wand der Ewigkeit. Die Blätter sind so zart und vom Morgentau benetzt, dass der Wanderer, der schon zu früher Stunde die sechs Kilometer lange Strecke durch eine der beeindruckendsten Schluchten Australiens unter die Füsse nimmt, spontan stehenbleibt. Er bittet die Gruppe, einen Moment auf ihn zu warten, und hält das Symbol des Überlebens auf seinem Fotoapparat fest. – Die Szene, die sich etwa vier Autostunden vom Uluru entfernt abspielt, zeigt, worauf es den Reisenden bei dieser Safari ankommt. Sie lieben das Besondere, was andere im Schnellgang leicht übersehen. «Wir hetzen nicht durch die Landschaft», sagt Reisebegleiter Bruno, «wir geben unseren Gästen Zeit zum Erleben.»
Lagerfeuerromantik
Während am Uluru, in der zentralaustralischen Wüste im Northern Territory täglich Tausende von (Tages-)Touristen per Flugzeug oder im Bus von Alice Springs her ankommen, schlagen Brunos Touristen dort ihre Zelte auf. Höchstens zehn Personen passen in den Minibus, und jeweils zwei schlafen gemeinsam in einem Zelt. Nur in Perth, Melbourne und Sydney wird im Hotel übernachtet. 26 Tage Zeit nimmt sich die Gruppe, um von Perth, der Millionenstadt ganz im Westen des Kontinents, über die Südküste mitten ins rote Herz Australiens zu fahren und dann weiter bis Sydney an der Ostküste. 26 Tage voller Erlebnisse mit Lagerfeuer, mit Baden in Schluchten und mit Musse zum Sternegucken.
Apropos Sterne: Die Küche, die im Anhänger mitfährt, wird von Bruno – Koch, Tourguide und Fahrer im Outback in Personalunion – betrieben. Und was dieser gebürtige Schweizer so alles auf den Tisch zaubert, hat tatsächlich «Sterne-Niveau». Denn Bruno, der seit 1989 im tropischen Cairns lebt, führte während der ersten neun Jahre seiner Zeit in Australien zusammen mit seiner Partnerin Marlies ein Schweizer Restaurant.
«Leichte Wanderungen, so drei bis vier Stunden am Tag», sagt er, «das wollen die Teilnehmer gern mitmachen, um die Naturwelt Australiens zu erkunden.» Dabei muss niemand Angst haben, überfordert zu werden; schliesslich wird genügend Zeit zum Ausspannen und zum Geniessen eingeplant. Und auch auf die unterschiedlichen Interessen wird Rücksicht genommen.
Sonnenuntergang am Uluru
Während viele der Besucher möglichst rasch weiterziehen – Australien ist ja gross –, verbringen Brunos Gäste eine weitere Nacht beim Ayers Rock. Gespanntes Warten auf den Sonnenuntergang. Der berühmte rote Inselberg, aus Material viel fester als poröser Sandstein, der sich zwischen den Fingern zerreiben lässt, wird zunehmend röter. Wann ist der beste Moment für ein Foto? Um 18 Uhr 22 wird geknipst. Dann nämlich wirft die Sonne unter dem Horizont den Schatten des Erdenrandes auf das 3,5 Kilometer lange und 2,4 Kilometer breite Prachtstück, das der Staat für 99 Jahre von den Anangu (den Eingeborenen) gepachtet hat, um es den Touristen zu zeigen.
348 Meter erhebt sich der Inselberg über seiner Umgebung. Die Luft ist trocken. Die Sicht wie meistens gut. Nur 200 Millimeter Niederschlag gehen nieder. Fotografen, die das Arkosesandsteinmassiv im Regen oder mit Wolken festhalten wollen, brauchen viel Geduld. Überhaupt muss man sich für Australien Zeit nehmen. Viel Zeit.
Bei den «Flying Doctors»
Die einen sind am Museum von Alice Springs interessiert, andere am Flying-Doctor-Service, der hier im Landesinneren seine Zentrale hat. Wer dieses an der Stuart Terrace gelegene Gebäude aufsucht, erlebt lebensnah, wie alles begann: Der Missionar John Flynn war es leid, so viele Menschen beerdigen zu müssen, denen eigentlich hätte das Leben gerettet werden können. «Man muss die Isolation der Menschen beenden», stellte er deshalb kurz nach dem Ersten Weltkrieg fest.
Doch entscheidend war nicht nur das Fliegen. Entscheidend war auch der Funkkontakt. Wie kann der Kranke überhaupt Hilfe anfordern? Im Museumsteil der Zentrale in Alice Springs stehen noch die riesigen Funkanlagen, die entwickelt wurden. Was heute wie ein Witz klingt, half damals Menschenleben retten: Ein Fahrradantrieb mit zwei Pedalen produzierte den nötigen Strom für die Funkgeräte, die bald auf jeder Schaffarm standen. Der Deutsche Alfred Traeger hatte die Einrichtung entwickelt, und Flynn hörte davon und brachte Funker, Ärzte, Krankenschwestern zusammen. Was klein angefangen hatte, wurde rasch zu einem bedeutenden Unternehmen. Heutzutage legen rund 50 Flugzeuge des Vereins mehr als 20 Millionen Kilometer im Jahr zurück, um zu helfen. 7,15 Millionen Quadratkilometer umfasst das Einsatzgebiet.
Highlights der Westküste
Die Fahrt auf der Gibb River Road bietet wohl den besten und auch einfachsten Weg, die Faszination der Kimberleys zu erleben. Die Gravelroad über rund 650 Kilometer durch das Herz der Kimberley ist der kürzeste Weg, um von Kununurra im Osten nach Derby im Westen zu gelangen.
Die Reise beginnt in Darwin mit der Tourbesprechung und anschliessender Fahrt zum Litchfield National Park. Dort stehen; die Florence Falls, Tolmer Falls und Lost City auf dem Programm. Auch die Gelegenheit zum Wandern und Schwimmen bietet sich an, sowie eine Bootsfahrt auf dem Lake Argyle; größter Stausee Australiens ist ein Highlight dieser Tour. Die Felsen Dome der Bungle Bungle im Purnululu National Park und El Questro warten mit atemberaubender Wildnis auf.
Über die berühmte Gibb River Road führt der Weg nach Elenbrae Station, Manning Gorge, Bell Gorge und Lennard River Gorge. Bei der Windjana Gorge tummeln sich Frischwasser Krokodile und Flughunde sowie Kakadus könnte man Stunden lang beobachten. Aber weiter geht es nach Broome; bekannt für seine Perlen Fischerei und unvergessliche Sonnenuntergänge an der Cable Beach. Beim Ningaloo Reef ist Schnorcheln vom Strand aus angesagt und bei Monkey Mia begrüssen die zahmen Delphine die Besucher mit höchster wonne.
Weitere Höhepunkte sind; Kalbarri National Park, die Murchison Schlucht und nicht zu vergessen die Pinnacles. Die mit Wildblumen gesäumte Strasse nach Perth bringen die Besucher wieder in die Zivilisation zurück.

